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Dienstag, 10. April 2018

Texprobe Kommentar - Friedensnobelpreis Barak Obama

Wenn eine Vision geehrt wird - eine Kommentar

Nun ist es amtlich: Präsident Barack Obama reiht sich in die Riege der Friedensnobelpreisträger ein. Ob verdient oder unverdient, darüber scheiden sich die irdischen Geister. Sicher ist ihm vieles vorzuwerfen, das eine solche Auszeichnung als unmöglich erachten lässt. Dennoch wiegt er mit seinen zahlreichen Bestrebungen für ein besseres Amerika und eine bessere Welt einiges auf. Er lebt einen Umbruch, auf den Amerika lange gewartet hat und die ganze Welt schaut gespannt zu, wie er Menschen Hoffnung gibt. Auf Worte lässt er Taten folgen. Sein diplomatisches Geschick und sein Einstehen für Werte, die Frieden bedeuten durchlaufen seine Politik wie ein roter Faden. So ist seine Position bezüglich des Klimawandels eine Wende für die USA und ein tongebendes Beispiel für andere große Nationen. Die Vision von einer atomwaffenfreien Welt ist ein Gedanke, der viele Menschen aufatmen lässt.

Kritik hin oder her: Herr Obama ist unter den Staatoberhäuptern einer der Guten und das gehört belohnt, um ein Samenkorn des Friedens in die Herzen der Nationen zu setzen, in denen dieser Geist noch fehlt. Preise sind Ansporn und die Hoffnung stirbt zuletzt.

Textprobe Bericht - Firmen KrökelCup Hannover

Johnson Controls klarer Sieger beim Firmen Krökel Cup

Zum wiederholten Male fand in der HDI Arena der Firmen Krökel Cup statt. Präsentiert von Hannover 96 gingen 26 motivierte Teams an den Start. Nach dem sogenannten schweizerischen System spielten die Teams an Turnierkickern mit vereinfachten Turnierregeln um den begehrten Wanderpokal.

In jedem Team musste mindestens eine Frau gemeldet werden. Wer nun aber glaubt, dies sei eine Schwachstelle, der irrt! Die Damen waren in ihrer Spieltechnik von den Herren nicht zu unterscheiden. So war die Dame des Vizesiegers klarer Entscheidungsträger des Teams und erzielte im Finale in der Verteidigung zwei Tore in den drei Minuten ihrer Spielzeit.

Die Spiele selbst erfolgten in Dritteln, damit jeder Spieler einmal die Chance hatte, sein Können unter Beweis zu stellen. Pro Drittel wurden drei Minuten Spielzeit veranschlagt, dann erfolgte der Wechsel. Ab dem Viertelfinale konnte man den Spielern der Teams die Aufregung anmerken und als im Finale die ivv GmbH als Underdog auf das Team von Johnson Controls traf, standen alle Spieler der anderen Teams um den Kicker und fieberten mit.

Der Sieger stand ab dem zweiten Drittel beinahe fest, jedoch gab die ivv GmbH im letzten Drittel alles, um den Pokal mit nach Hause zu nehmen. Am Ende reichte es nicht und das Team von Johnson Controls gewann das Turnier.

Neben dem Hauptturnier waren Attraktionen wie ein Speedkicker und ein XXL Riesenkicker aufgebaut. Die Damen und Herren hatten die Möglichkeit gegen die amtierende Weltmeisterin des Tischfußball, Lilly Andres, anzutreten. Doch eine reale Chance hatte hier niemand. Somit gab es Tipps und Tricks für die Mutigen.

Der Termin für das nächste Jahr steht auch bereits fest: am 08.Mai 2018 haben die Firmen der Stadt und des Umlandes wieder die Gelegenheit, ihr Können an den Eisenstangen zu beweisen. Daher kommt nämlich die Bezeichnung „Krökeln", die nur im hannöverschen Raum bekannt ist. Es bezeichnet im lokalen Dialekt die Eisenstangen, an denen die Figuren befestigt sind. Doch auch in Hannover kennt kaum jemand diese Erklärung.

Textprobe wissenschaftlicher Artikel

Feel Good Management als Chance für Aufschwung

Ein Fan ist ein guter Supporter und treibt ein Team voran, auch wenn die Zeiten mal schwer sind. Überträgt man diesen Gedanken als Vorgesetzter auf sein Team stellt man schnell Parallelen fest, denn gute Stimmung motiviert und fördert Höchstleistung. Mit diesem Ansatz befasst sich der neue Zweig des Feel Good Managements professionell.

Nehmen wir als Beispiel ein anonymes mittelständisches IT-Unternehmen: Den Mitarbeitern ging es gut! 14 Monatsgehälter, hohe Betriebsrente, übertariflicher Urlaub mit zusätzlichem Altersurlaub und so weiter und so fort. Sparmaßnamen kürzten am Urlaub und an der Betriebsrente und von jetzt auf gleich war die Laune und Motiviation der Kollegen im Keller. Die Kollegen, welche noch motiviert waren, wurden nach und nach mit in den Sog der schlechten Laune gezogen. Die Produktivität und Kreativität der Mitarbeiter litt und das spürte nun auch der Kunde. Für ein kleines Unternehmen kann das schnell das Aus bedeuten. Bei einem mittelständischen Unternehmen dauert dieser Prozess länger. Doch wie kann man hier gegensteuern? Was kann man tun, um das Verständnis der Mitarbeiter zu wecken und die Mitarbeiter zu Fans zu machen, bevor die Krise eintritt?

Feel Good Management ist ein neuer Trend aus Amerika, der dort 2010 seinen Ursprung hat. Sein Erfinder ist Tony Hsieh, Gründer der Shopping Plattform Zappos. Mit seinem Bucht „Delivering Happiness" erschuf er einen Bestseller und eine neue Sichtweise auf das Konstrukt „Mitarbeiter und Glück".

Seine These lautet, dass Unternehmen mit glücklichen Mitarbeitern auch glückliche Kunden haben. Diese sind dem Unternehmen treu, da sie sich verstanden fühlen und zufrieden sind. Wer zufrieden ist, braucht keine Experimente.

Ein großer Verfechter Feel Good Managements ist das Unternehmen Google. Hier werden die Mitarbeiter als Individuen unterstützt und ihre Talente als Wertepotenzial für das Unternehmen genutzt. Durch diese Wertschätzung fühlen sich die Mitarbeiter angespornt und laufen zu Höchstleitungen auf, da sie mit Spaß bei der Sache sind. „Das macht sie effektiver für das Unternehmen und weckt Talente, die wiederum genutzt werden können", erklärt der Wirtschaftsprofessor Martin Ihlig von der Wharton School der University of Pennsylvania.

Um die Wirkung von Feel Good Management zu belegen, fehlen auf Grund seines jungen Alters noch die Erfahrungen. Auch gibt es Für- und Widersprecher. Dennoch ist eine Logik hinter dem Gedanken nicht von der Hand zu weisen. Bereits im Jahr 2001 erlangte die Grundidee von Spaß durch Spiel bei der Arbeit Aufsehen, als ein Fischmarkt in Seattle als beliebtester Arbeitsplatz durch CNN ausgezeichnet wurde.

Fish ist eines der bekanntesten Systeme, wenn man an Motivationstrainings denkt. Es umfasst vier Grundsätze, die die Fischverkäufer für sich beherzigten, um sich die Arbeit zu erleichtern:

Wähle deine Einstellung!

Wer jammert und klagt wird einen Tag zu einem langen Zeitgenossen werden lassen. Wer jedoch mit Freude bei der Sache ist, lenkt sich ab und erlebt die Dinge ganz anders. Der Arbeitsalltag nimmt einen großen Raum in unserem Leben ein. Wollen wir glücklich sein, oder wollen wir uns ärgern und langweilen?

Spiele und habe Spaß!

Jede noch so langweilige Aufgabe kann angenehm werden, wenn man sie mit seiner Lieblingsmusik erledigt. Vor dem Fenster ist nur triste Bürogebäudelandschaft? Eine Postkarte oder ein Urlaubsfoto können die Gedanken beeinflussen.

Bereite anderen eine Freude!

Die Kollegen sehen wir oft mehr als die eigene Familie. Hier ist es wichtig, eine gute Stimmung zu haben. Ein Schokoriegel kann aus einem Sorgengesicht ein Lächeln locken.

Sei präsent!

Es ist unhöflich, wenn man mehr mit dem Smartphone beschäftigt ist, als mit der Person, die gerade mit einem spricht. Dennoch ist dies trauriger Alltag. Unser Gegenüber wird es uns danken, wenn wir ihm unsere ganze Aufmerksamkeit schenken. Das schafft ein gutes Miteinander.

Die Fischverkäufer in Seattle werfen ihre Fische schwungvoll und lassen sie mit den Kunden reden. Das macht ihnen und den Kunden Spaß. Deshalb kommen die Kunden gerne wieder und durch die erhaltene Mundpropaganda ist der Fischmarkt nun berühmt. Das hat den Kundenstamm erweitert und den Fischmarkt erfolgreicher denn je gemacht.

Das Fish Konzept verkauft sich bis heute erfolgreich.

Ende 2014 wurde die Anzahl an Feel Good Managern laut Handelsblatt auf etwa 50 geschätzt. Ende 2015 berichtete Die Zeit von ca. hundert. Große und bekannte Firmen greifen auf Feel Good Management auch in Deutschland zurück. Hierzu gehören beispielsweise die Lufthansa Systems in Raunheim mit einem zertifizierten Feel Good Manager und Zalando in Mönchengladbach. Auffällig ist, dass es sich hauptsächlich um Unternehmen handelt, welche mit Informationstechnologien und Onlinemarketing zu tun haben. Es fehlen noch große bodenständige Traditionsunternehmen. Doch vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis die sogenannte Leistungsgesellschaft mit dem Trend zur Anonymität zurück zum Individuum mit seinen Stärken findet. Jeder ist ersetzbar, aber niemand sollte sich danach fühlen.

Textprobe Portrait

Freiheit durch Mut - wenn man einfach anders ist

Die Gesellschaft gibt meist vor, wie man zu sein hat. Ist man anders, kann das schnell zum Spießrutenlauf werden. Umso mutiger sind Menschen, die für sich einstehen - trotz Angst auf einmal alleine da zu stehen. Sie sind Superhelden und Vorbilder in unserem Alltag. Ein solcher Held ist Jan-Nick S.

Vor mir sitzt ein junger hübscher Mann, dessen aufgeweckter Blick mich direkt neugierig gemacht hat. Er vermittelt Lebensfreude und Charme. Seine blondierten Haare hängen lose um seinen Kopf und betonen seine Leichtigkeit. Die Atmosphäre ist direkt locker und freundschaftlich. Der junge Mann ist Jan-Nick S., 18 Jahre alt, schwul.

In unserer heutigen aufgeklärten Zeit sollte schwul sein eigentlich als Thema völlig irrelevant erscheinen. Leider gibt es aber weiterhin in unserer Gesellschaft einen lauten Teil, der diesen Menschen das Leben zur Hölle macht. In Teilen erging es auch Jan-Nick leider so, doch beginnen wir von vorne.

Am 06.08.1999 kam Jan-Nick als Sohn einer Erzieherin und eines Projektmanagers im Firmenkundensektor einer Bank zur Welt. Einer normalen Welt. Kleine Familienidylle inmitten eines friedlichen Kleinstadtlebens. Vier Jahre später folgte sein jüngerer Bruder.

Bereits in der Grundschule verstand er sich besser mit den Mädchen als mit den Jungs. Zu Beginn der Pubertät begannen die Jungs sich über die Reize der Mädchen auszutauschen. Hier war er außen vor. Es sah sich lieber mit den Mädels Serien an und war mit ihnen einer Meinung, wenn es um die optischen Vorzüge von Schauspielern ging. Schauspielerinnen? Kein Interesse. Zu diesem Zeitpunkt begannen die Jungs bereits ihre Witze zu machen. Dumme Kommentare aus dem „Schwuchtellager" brachten Jan-Nick zum Nachdenken über sich selbst - über die eigene Identität und die eigene Sexualität.

Wenn ein Jugendlicher in die Pubertät kommt ist er jede Menge Veränderungen ausgesetzt. Der Körper ändert sich, die Hormone spielen verrückt... und jetzt auch noch schwul? Ernsthaft? Zunächst wollte er es nicht akzeptieren, belog sich selbst. Doch das Unterbewusstsein schrie nach Freiheit.

Es folgte das bewusste Wahrnehmen. Ja, er war schwul. Aber warum? Und wie würden die Freunde reagieren? Schlimmer noch? Was würden die Eltern sagen? Wäre er immer noch ihr Kind?

Es folgten einige Jahre der Unsicherheit und des sich selbst in aller Öffentlichkeit Versteckens. Mit der Plattform DBNA (Du bist nicht allein) sammelte er Erfahrungen und Geschichten anderer Jungs, denen es wie ihm ging. Bei manchen war das Coming Out kein Problem, andere jedoch wurden von ihren Familien nun wie Aussätzige behandelt. Dabei waren sie doch immer noch dieselben.

In der Gegenwart rutscht Jan-Nick ein wenig hin und her. Es ist greifbar, wie unangenehm und beklemmend diese Zeit gewesen sein muss. Die Jugend sollte man genießen! Sich verlieben! Spaß haben! Und doch gibt es in Deutschland unzählige Jugendliche, die in Freiheit gefangen sind. Gefesselt in Zwängen gesellschaftlicher Intoleranz. Unterdrückt von einem veralteten Weltbild. Gerade in ländlichen Regionen, wo jeder jeden kennt, ist es schwer.

Der Tag des Coming Outs rückte näher. Jan-Nick war sich sicher. Er wollte, dass die Welt sah, wer er ist - und wen er liebt. Die Woche vor dem großen Tag war unruhig. Er war viel mit sich selbst beschäftigt und ging in seinem Kopf immer und immer wieder das Gespräch mit seinen Eltern durch. Wie würden sie reagieren? Es gab zwei Szenarien: in dem einen blieb alles, wie es war. In dem anderen jedoch packte er nach heftigen Beschimpfungen seine Koffer und zog aus.

Dann kam der Abend, ab dem er vor aller Welt zu sich selber stehen wollte. Er saß in seinem Zimmer. Seine Eltern saßen im Wohnzimmer und sahen fern. Er konnte die Stimmen der Sendung hören, als er seine Zimmertür öffnete. Sie wurden lauter, je näher er seinen Eltern kam. Da saßen sie, nichtsahnend. Für ihn würde sich gleich sein ganzes Leben ändern.

Und dann platze es aus ihm heraus:

" Ihr werdet von mir keine Enkel bekommen." Verwirrte Blicke. „Ich bin schwul." Überraschte Gesichter. Der Ton des Fernsehers war beinahe schneidend. Sein Vater schaltete den Fernseher ab. Seine Mutter hatte Tränen in den Augen. Sein Vater jedoch begann zu lachen und damit brach das Eis. Es böten sich nun neue Blickwinkel, so sein Vater. Jan-Nick fiel ein großer Stein vom Herzen. Er war ein ganzer Mann und in dem Moment ein ganzer sehr mutiger Mann!

Der Jan-Nick in der Gegenwart wird nach angespannter Erzählung wieder lockerer. Es ist zu merken, dass er die Situation, während er erzählt, genau vor Augen hat.

In der Schule begann nun jedoch ein Spießrutenlauf. Die „Schwuchtelfraktion" leistete ganze Arbeit und schaffte es in ihrer unerwachsenen unaufgeklärten Art, dass Jan-Nick sich dermaßen unwohl fühlte, dass er die Schule wechselte.

Dieser Neuanfang war gut! Einige alte Freunde, vor allem weibliche, blieben und viele neue kamen dazu. Auch einen Freund hatte er mittlerweile. Anfangs war es komisch, ihn in der Öffentlichkeit zu küssen und an der Hand zu halten. Hier dauerte es noch ein wenig, bis Normalität einkehrte.

„Zu sagen, dass man schwul ist, ist eine ganz andere Liga, als es öffentlich zu zeigen", sagt Jan-Nick und grinst breit. Er bereut nichts. „Das Gefühl zu sich zu stehen ist großartig!" Nun genießt er das Leben. Sein Lieblingsfach ist Kunst. Er fotografiert gern und schreibt viel. Doch die Gedichte aus der Zeit seiner Krise liest er ungerne. „Sie sind total krank!" Er schaut lieber nach vorn und freut sich auf die Zukunft - eine Zukunft in Freiheit.

Textprobe Glosse

Geld verdirbt den Charakter. Diese Bauernweisheit findet immer wieder Menschen, die alles daran setzen, sie zu bekräftigen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Von einer solchen Ausnahme allerdings ist das Ausnahmetalent Donis Avdijaj Lichtjahre weit entfernt.

„Was wollt ihr mit euren 1000 Euro im Monat? Ihr macht Euch nur lächerlich!" kommentierte der Fußballer vom FC Schalke die Mahnung zweier Polizisten im September letzten Jahres, welche ihn beim Telefonieren am Steuer erwischten und prompt zur Anzeige brachten. Zudem Duzte er die Herren und betitelte sie als Schlaumeier. Dieses Verhalten bugsierte den offensichtlich verwirrten jungen Mann vor Gericht, wo man ihn verwarnte und zu 40 Stunden sozialer Arbeit verdonnerte! Im Vorausdenken scheint Herr Avdijaj nicht sonderlich gut aufgestellt zu sein, immerhin beleidigt er ziemlich abgehoben den ausgestreckten Arm der Justiz ohne sich der Folgen bewusst zu sein. Auch Umgangsformen, die er vielleicht in der Erziehung beigebracht bekam, scheinen verloren gegangen zu sein. Mit Geld kann man schließlich alles erreichen, könnte man zumindest meinen, wenn man die Eskapaden des Schalker Knappen aus dem Kosovo beobachtet. Beamtenbeleidigung ist allerdings kein Kavaliersdelikt. Ob ein Luxusjunge mit einem Monatsgehalt von 25 000 Euro noch die Relationen kennt? Er wird während seiner Sozialstunden mit Sicherheit genug Gelegenheit haben, dies zu lernen und seinen abgehobenen Charakter zu erden. Chapeau Herr Richter!

Textprobe Kommentar - Grünen-Verkehrspolitiker Winfried Hermann fordert Info durch Ärzte auf Fahrtüchtigkeit von Senioren

Die Unfallgefahr steigt im Alter. Dieses Gefühl wird durch Statistiken bestätigt. Hinzu kommt, dass auf Grund des demografischen Wandels unserer Gesellschaft die Anzahl an Senioren im Straßenverkehr steigt. Parallel dazu steigt die Anzahl verunglückter Senioren. Waren es im Jahr 2000 noch 20 610 Senioren Hauptverursacher eines Verkehrsunfalls, wurden im Jahr 2015 bereits 31 406 registriert. In diese Statistik fließen sowohl Getötete als auch Verletzte ein. Dennoch scheinen Politiker sich an das Thema „Fahrtauglichkeitstests für Senioren" nicht recht heran wagen zu wollen. Herr Hermann spricht nun endlich aus, was viele denken und sich wünschen.

Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes trugen im Jahr 2015 bei zwei Dritteln der Unfälle, bei denen über 64 Jährige beteiligt waren, eben genau diese die Hauptschuld. Häufigste Ursache waren in dem untersuchten Jahr der Statistik zufolge Vorfahrtsfehler, sowie Unaufmerksamkeit beim Wenden, Abbiegen oder Rückwärtsfahren und an dritter Stelle nicht eingehaltener Sicherheitsabstand zum voran fahrenden Fahrzeug. Beobachtet man ältere Verkehrsteilnehmer, so merkt man, dass viele langsamer fahren, unsicher wirken, und durch schlechtes Sehvermögen nicht mehr verkehrstauglich scheinen. Auch sind ältere Menschen in komplexen Situationen, die sich im Verkehr bieten, schnell überfordert und handeln unter dem Druck oft nicht rational. Dies ist im Straßenverkehr ein großes Risiko für sie selbst und alle um sie herum. Und jeder, der ehrlich zu sich ist, sollte sich eben genau das eingestehen.

Um einem solchen Risiko für sich und andere vorzubeugen halte ich solche Tests für legitim und notwendig und kann Herrn Hermann in seinem Vorhaben nur unterstützen. Man sollte es nicht als Strafe sondern als Chance erkennen. Schließlich ist man im Straßenverkehr nicht nur für das eigene Leben verantwortlich. Und wer möchte sich schon vorwerfen müssen, dass er einen Menschen tot gefahren hat? Es geht eben nicht nur um das eigene Leben.

Textprobe Reportage - Ein Tag im Leben eines Brummifahrers

Sie begegnen uns jeden Tag im Straßenverkehr und die meiste Zeit regen wir uns über sie auf, doch sie sind Menschen mit einem hohen Maß an Verantwortung: die LKW Fahrer am Steuer ihrer großen Ungetüme, die für PKW Fahrer zum lästigen Bild des deutschen Straßenverkehrs zählen. Doch wie sieht ihr Alltag aus? Ich habe für einen Tag die Seiten gewechselt, um mal zu schauen, warum manche Situationen so sind, wie wir sie erleben.

Es ist Dienstagmorgen 04:30h. Mein Wecker klingelt. Ich ziehe mein Kissen mit einem Brummen über meinen Kopf. Das ist nun wirklich nicht meine Uhrzeit, aber da in einer Stunde Dienstantritt ist, muss ich mich schon sputen. Der Kaffee läuft, während ich mich fertig mache, in eine Thermoskanne. Zeit für Frühstück habe ich nicht. Ich habe mir jede mögliche Minute zum Schlafen eingeteilt.

Es ist noch nicht hell als ich um 05:15h auf den Parkplatz der Spedition fahre. Hier treffe ich Wasily. Er ist seit 29 Jahren als LKW Fahrer bei dem Spediteur beschäftigt. Sie fahren Materialien für Herstellungsbetriebe von A nach B: Bleche, Schaumstoffe, eben Hardware. Wasily ist ein kleiner runder Mann mit einem aufgeweckten fröhlichen Gesicht: „Guten Morgen! Sie sind dann wohl mein Co-Pilot heute!", ruft er mir erfreut entgegen. Und während ich mich frage, wie man um diese Uhrzeit schon so enthusiastisch sein kann, schüttelt er freudestrahlend meine Hand. Ich lächle zurück und erwidere seinen Gruß.

Heute geht es mit einer kleinen Ladung Stahlbleche ins Sauerland. Diese sind noch nicht verladen. Das hat er am Vortag nicht mehr geschafft, da er sonst die Lenkzeit überschritten hätte. Somit stehen wir schon 20 Minuten nach unserer Begrüßung in einer Schlange LKW an der Laderampe bei Thyssen Krupp und warten auf unsere Fracht. „Warten gehört dazu", erklärt mit Wasily. Auf der Fahrt vom Hof zur Laderampe hat er viel über Autofahrer geflucht. „Sie denken immer, ihnen gehöre die Straße", erklärt er mit polnischem Akzent und ich grinse. Sagen wir Autofahrer das nicht sonst immer über LKW Fahrer? „Ja, sicher! Sie kennen unseren Alltag nicht. Den Zeitdruck." Wenn meine erlaubte Lenkzeit um ist, muss ich das Fahrzeug abstellen und wenn ich dann noch nicht zu Hause bin, muss ich auswärts schlafen." Seine Frau macht sich dann Sorgen, sagt er mit einem frechen Zwinkern.

Eine Stunde später sind wir gut beladen mit geprüften Papieren auf dem Weg ins schöne Sauerland. Langsam geht die Sonne auf und der Nebel taucht die Welt in ein wunderschönes Zwielicht. Dieser Anblick lässt mich den Frust über den viel zu früh klingelnden Wecker schnell vergessen und ich fühle mich frei. „Darum liebe ich meinen Job! Sowas sieht man im Büro nicht." So Wasily. Recht hat er. Und während wir die noch recht freie Autobahn nutzen erzählt er mir, wie er Anfang der 80er aus Polen nach Deutschland kam. Er hatte nichts gelernt, konnte nur fahren. Nachdem er die Sprache gelernt hatte, bekam er eine Anstellung als Fahrer bei der Spedition, für die er jetzt noch arbeitet. Sein Chef ist ein sehr netter Mann und sie verstehen sich gut. Er fühlt sich wohl.

Langsam werden die Straßen voller und der erste Stau lässt nicht lange auf sie warten. Seine Frau hat ihm Brote eingepackt. Doppelte Ration, da sie sich dachte, dass es für mich sicher zu früh war. Ich freue mich sehr und bin verwundert, dass die polnische Gastfreundschaft auch in einem deutschen LKW mitten auf Deutschlands Straßen in einem Stau keine Grenzen hat. Links an uns fährt ein 40 Tonner vorbei. Als uns das Fahrerhäuschen erreicht hupt der Kollege im LKW neben uns kurz. Wasily grüßt ihn und winkt. Sie kennen sich von diversen Warteschlangen vor Laderampen. „Mein Büro sind die Autobahnen dieses Landes. Es ist zwar groß, aber meine Kollegen kenne ich trotzdem."

Nach 4 Stunden Fahrzeit erreichen wir unser Ziel. Ohne den Stau hätte die Fahrzeit nur 2 Stunden betragen. Was für einen Urlauber oder Pendler ein Graus ist, ist Alltag für Wasily. „Sicher nervt mich ein Stau. Zu Hause wartet immerhin jemand auf mich. Aber es bringt mich nicht schneller ans Ziel, wenn ich mich aufrege." Zudem müsse man im Stau ebenfalls gut auf den Verkehr achten, denn gerade dann achten einige weniger auf den Verkehr und ein Auto im toten Winkel kann schnell mal übersehen werden. „Man erkennt den Unterschied zwischen Pendlern und Bedarfsfahrern auf der Autobahn recht schnell. Am schlimmsten jedoch sind die Fahrer mit viel PS unter der Haube. Im Straßenverkehr ist Rücksichtslosigkeit Alltag." Er lenkt den LKW behände eine schmale Straße entlang und biegt in die Einfahrt zur Abladerampe ein. Der Umgangston ist rau aber herzlich und die Ware schnell abgeladen. Nach einem kurzen Kaffee im Büro und Austausch von Lieferscheinen brechen wir auf um auf dem Rückweg weitere Ladung aufzunehmen. Die Touren werden von einem Disponenten so geplant, dass man mit wenig Strecke viel erreichen kann. So fahren wir nun zwei Betriebe an und unsere Ladefläche füllt sich wieder. Ein voller LKW ist auch als Beifahrer merklich angenehmer. Er schaukelt nicht so.

Mittagspause machen wir an einer Autobahnraststätte. Wasily grüßt den einen oder anderen Fahrer und unterhält sich kurz. Ich vertrete mir die Beine. Vom vielen Sitzen fühlen sie sich schwer an. Ein Sitz in einem LKW ist kein Bürostuhl. Wasily erklärt mir, dass man als LKW Fahrer auf seinen Rücken achten muss, sonst hat man früh Schmerzen. Er geht zwei bis drei Mal die Woche ins Studio und hat daher keine Probleme. Aber er kennt die schlimmsten Geschichten von seinen Kollegen.

Als wir nachmittags den Hof der Spedition erreichen bin ich müde. Ich habe mich den ganzen Tag mit Wasily auf den Verkehr konzentriert. Als LKW Fahrer hat man als der stärkere Verkehrsteilnehmer eine große Verantwortung. Dessen ist sich Wasily bewusst und handelt entsprechend. Ist er müde und unkonzentriert macht er Pausen. Doch manchmal lässt Termindruck das nicht zu. Verspätet er sich mit der Ware, kann seinen Chef das teuer zu stehen kommen. Erreicht er seine täglich erlaubte Lenkzeit, muss seine Frau zu Hause auf ihn verzichten. So ruhige Tage wie heute hat er selten. „Du hast mir heute Glück gebracht", bedankt er sich. Seine freundlichen Augen sagen mir, dass er das tatsächlich ernst meint. Und so verabschieden wir uns.